[Beitrag & Gewinnspiel ~ Liza] zur Release-Party von „Deceptive City: Befreit“

Hallo ihr Lieben!

In Kürze ist es soweit und das Finale der Deceptive City Trilogie erscheint im Sternensand Verlag! Genauer gesagt, am 10.04 und das Finale hat es echt in sich!
Anlässlich dieser Neuerscheinung gibt es selbstverständlich wieder eine Release-Party auf Facebook! Noch nicht gewusst? Dann aber schnell vorbeischauen, denn dort erwarten euch täglich spannende Beiträge und coole Informationen. Zudem gibt es die Chance auf eines von fünf Wunschtaschenbüchern aus der »Deceptive City«-Reihe + Goodie Paket der Reihe durch die Teilnahme am Gewinnspiel <3

Aber nun endlich zum eigentlichen Beitrag. Ich habe mir gedacht, wir könnten der Protagonisten Thya ein par Fragen stellen. Nach kurzem Austausch mit der Autorin Stefanie Scheurich ist aber noch etwas viel cooleres entstanden, denn es ist eher sowas wie ein kleines Zusatzkapitel (ohne wirkliche Spoiler) aber liest selbst…


Die verlorene Unterhaltung

In Teil 2 der Deceptive City Reihe befinden sich Thya und Mitchells Mutter Nicole aus bestimmten Gründen in einem Raum unter der Erde, dessen genauer Standort für alle, die die Geschichte noch nicht kennen, ein Geheimnis ist.
Nach einiger Zeit fangen die beiden an, sich zu unterhalten.

“Du hast es dir nicht ausgesucht, Thya. Nichts davon.” Nicole äußerte diese Behauptung voller Überzeugung. Denn obwohl sie Thya in der Rolle des Auslösers sah, machte sie sie für nichts verantwortlich. “Spielt das eine Rolle? Meinetwegen ist Mitchell … Meinetwegen befindest du dich in dieser Situation. Also ist es meine Schuld. Gerechtfertigt oder nicht: Ich ​bin ​ Schuld.” Nicole sah das Mädchen mit den goldblonden Haaren und den silber leuchtenden Augen an und wusste, dass sie sagen konnte, was sie wollte: Thya würde nicht einfach akzeptieren, wie ungerecht das Leben manchmal war.

Nicole nahm eine neue Position ein. “Dann überleg mal, was es dich gekostet hat. Unabhängig von uns. Was diese … Städter und ihre Hochnäsigkeit dir angetan haben. Deine Eltern.” Thya wurde nachdenklich. Sie verstand, worauf Nicole hinauswollte. “Es war Pech”, murmelte sie leise. Dabei glaubte sie sich selbst nicht. “Pech?” Nicole schüttelte ungläubig den Kopf. “Ja, Pech.” “Das musst du mir erklären. Was hat es mit Pech zu tun, wenn andere darüber entscheiden, wer du sein sollst?” Thya rieb ihre Hände aneinander. “Na ja, wenn ich nicht …”, sie musste erst schlucken, bevor sie weitersprechen konnte, “… fehlerhaft gewesen wäre, hätten sie keinen Grund gehabt, mich loszuwerden. Wenn ich es vielleicht besser versteckt hätte …” Nicole konnte nicht verstehen, weshalb Thya versuchte, eine Erklärung für das Verhalten ihrer Eltern zu finden. Für das Verhalten von Menschen, die ihre Tochter wie Müll weggeworfen hatten.
Sie wechselte das Thema. “Wie ist es dort?” Was Thya nur von ihrer Selbstqual ablenken sollte, interessierte Nicole jedoch tatsächlich. “Was genau meinst du?”, schniefte Thya, der es wegen der plötzlichen Frage gelang, die Tränen zu unterdrücken.
Nicole spezifizierte: “Wie ist es, in einer Gesellschaft zu leben, die …”, sie suchte einige Herzschläge lang nach den richtigen Worten, “… ihre Kinder behandelt, als wären sie Gegenstände, die man einfach austauschen kann?” Aus einem Impuls heraus wollte Thya bei der Wahl dieser Worte protestieren, doch sie zögerte. Tief im Innern wusste sie, dass Nicole es schon ganz richtig ausgedrückt hatte. “Ich weiß nicht”, flüsterte Thya. “Ich hab nie darüber nachgedacht. Ich war immer damit beschäftigt, meiner Mutter zu gefallen.” “Wieso?” “Weil …”, Thya atmete stotternd ein, “… weil ich Angst vor ihr hatte. Sie hat mich designt, sie hat sich mich vorgestellt, bevor ich überhaupt erschaffen wurde.” Nicole verzog voller Ekel das Gesicht. “Erschaffen? Soll das bedeuten, dass es tatsächlich wahr ist? Du bist in einem … Labor zur Welt gekommen?” “Ja.” Es herrschte einige Augenblicke Stille, die sich in dem unterirdischen Raum wie ein Ballon ausbreitete, bis beide glaubten, den Druck nicht länger aushalten zu können.
“Wieso vermisse ich es?”
“Wie hast du es Tag für Tag geschafft, weiter zu machen?”
Weil sie gleichzeitig gesprochen hatten, blickten sie sich überrascht an. “Du zuerst”, gewährte Thya Nicole den Vortritt. Nicole lächelte sie liebevoll an. “Na ja, wenn ich verstehe, warum du es vermisst, werde ich wahrscheinlich auch erfahren, wie du es jahrelang ausgehalten hast.” Da war wohl etwas Wahres dran. Thya überlegte und versuchte, ihre Kindheit aus der Sicht eines Außenstehenden zu betrachten. “Also … ich dachte lange Zeit, dass es normal ist, dass Kinder in der MeF erschaffen werden.” “MeF?”, warf Nicole stirnrunzelnd ein. “Medizinische Forschungseinrichtung”, antwortete Thya. “Das ist im Grunde ein riesiges Labor, in dem … äh … geforscht wird.” Ihr wurde klar, dass sie das selbst nicht so genau wusste. “Aber hauptsächlich ist es, denke ich, der Ort, an dem man sich sein Kind nach genauen Vorstellung kreieren lässt. So als würde man …”, sie stockte. “Es bestellen”, half Nicole nach. Thya nickte. “Meine Mutter legt viel Wert auf Äußerlichkeiten. Und auf Leistung. Ich dachte immer, dass ich ihren Ansprüchen nur genüge, wenn ich perfekt bin. Was eigentlich bedeutet: Wenn ich so bin, wie sie mich haben will.” Thya holte zitternd Luft. “Eigentlich sollte ich froh sein, dass das vorbei ist. Aber …” Nicole griff nach Thyas Hand. “Du kanntest es nicht anders.”
“Ich hasse sie dafür, dass sie mich loswerden wollte. Und ich hasse es, dass es ausgerechnet meine Augen sind”, fing Thya nun leise zu weinen an. Es ergab keinen Sinn, weshalb man den ganzen Menschen wegen eines einzigen Fehlers aussortieren sollte. “Aber trotzdem vermisse ich sie. Und meinen Vater.”
Nicole war sich sicher: “Weil sie nunmal die einzige Familie sind, die du kennst.” Thya wischte sich mit dem Unterarm über das Gesicht, nickte verstehend. Nicole sah dieses Mädchen, dessen Welt mit einem Schlag kaputt gegangen war, lange an. Bis sie ein Stück von sich in ihr wieder fand. “Du kannst immer wieder aufs neue entscheiden, wer du sein willst, Thya. Denn jedem Ende wohnt ein Anfang inne.”

So oder so ähnlich könnte die Unterhaltung zwischen Thya und Mitchells Mutter abgelaufen sein. Und obwohl es wahrscheinlich unmöglich ist, dass jemand nachempfinden kann, was ein anderer fühlt, wurde beiden klar, wie leicht es ist, zu urteilen, und wie schwer, zu verstehen.


Puh.. eine ernste, aber gut erklärende Unterhaltung, die einen doch mit ein par offenen Fragen zurück lässt. Nunja, diese Fragen werden im Laufe der Trilogie alle geklärt, also nichts wie ran an die Bücher 😉

An dieser Stelle möchten ich mich auch nochmal bei der Autorin Stefanie Scheurich bedanken! Aus der anfänglichen Idee eines Interviews ist diese Unterhaltung entstanden, welche sich die Autorin nach gemeinsamer Ideenfindung aus dem Ärmel geschüttelt hat! Mit ihren 23 Jahren hat sie eine wirklich krasse Dystopie geschrieben, sie in einen Verlag gebracht und auch bereits andere Werke veröffentlich!

Hier ein par Infos zur Autorin:

Stefanie Scheurich wurde 1997 in Esslingen am Neckar geboren. Durch Reihen wie ›Harry Potter‹ und ›Gregor‹ entdeckte sie ihre Leidenschaft für Bücher und schon bald mussten eigene Geschichten auf Papier gebannt werden. Erst nach dem Abitur begann sie allerdings, sich aktiv dem Schreiben von Romanen zu widmen, und veröffentlichte 2016 ihre ersten Geschichten.
Sie lebt zusammen mit ihrer Familie in einem kleinen Stadtteil von Esslingen, besucht regelmäßig den Ballettunterricht und widmet sich nebenbei ihrem Studium.

Wusstet ihr, dass Stefanie auch Premade Cover entwirft und den Buchsatz für Selfpublisher und Verlage macht? Total cool! Mehr Infos dazu gibt es auf Ihrer Homepage!
Auch auf Facebook und Instagram ist sie vertreten.


G E W I N N S P I E L

Wie bereits oben angekündigt, gibt es auch ein mega Gewinnspiel zur Release-Party! Ihr habt die Chance, eines von fünf Wunschtaschenbüchern aus der »Deceptive City«-Reihe + Goodie Paket zu gewinnen!

Wie? Ganz einfach! Beantwortet einfach die Tagesfrage entweder direkt hier auf dem Blog, oder unter dem entsprechenden Beitrag in der Veranstaltung auf Facebook!

Frage: Könntet ihr euch vorstellen, in einer Stadt zu leben, wo ihr euch euer Kind erschaffen müsst?

Teilnahmebedingungen
Teilnahmeschluss ist der 11. April 2020, 23.59h
Veranstalter ist der Sternensand Verlag

5 Gedanken zu „[Beitrag & Gewinnspiel ~ Liza] zur Release-Party von „Deceptive City: Befreit“

  1. Hallo und guten Tag,

    Hm, eine interessante Frage ….denn gerne hätten sicherlich viele werdende Eltern gerne mit bestimmten sichtbaren Merkmalen der Eltern wiederum ihre Kinder ausgestattet z.B. …wie blaue Augen, gelockte Haare usw.

    Aber so geht es halt zur Zeit ..Gott sei Dank …noch nicht in der Entwicklung für ein werdendes Leben….und damit beantworte ich auch gleich die gestellte Frage.

    .Mann und Frau sollen in Liebe zusammenkommen und ein Kind zeugen.
    Und keine Bausteinaktion in irgendeinem Reagenzglas

    LG…bleibt gesund ..Karin…

  2. Schwere Frage. Mit meiner heutigen Identität nicht aber wenn ich nichts anderes kennen würde wäre es ja meine Heimat. Aber auch dann wäre ich hoffentlich so mutig Dinge zu hinterfragen .

    • Hallo!
      Wow…. Schwierige Frage! Mit meinen jetzigen Erinnerungen und wissen auf keinen Fall! … wenn ich es allerdings nicht anders kennen würde und mit solchen „werten“ gross geworden wäre sicherlich schon…. Denn es wäre ja normal…
      Lieben Gruss Melanie kurt

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