Ruprecht Günther – Autorenvorstellung vom 26.01.2016

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Ruprecht Günther und seine 3 Bücher


Ruprecht Günther, geboren 1954 in Planegg bei München. Fachhochschule für Grafik-Design, Diplom 1982. Danach freiberufliche Arbeit als Grafiker und Illustrator. 1984 Geburt einer Tochter. 1997 die erste Reise nach Brasilien. Weitere Reisen durch das riesige Land folgten, in denen er das Brasilianische Portugiesisch erlernte. 2002 zog er im Dezember nach Salvador da Bahia. 2003 Heirat mit einer brasilianischen Frau. In Salvador Aufbau eines kleinen, aber feinen Post- und Kunstkartenverlages. Seitdem widmet er sich dem Schreiben, Fotografieren und seiner – oft brasilianisch inspirierten – Musik. Mit dem Motorrad durchstreift er die Favelas und dokumentiert das Leben der Menschen mit der Kamera. Im Laufe der Jahre entstanden etliche Kurzgeschichten, sowie einige Romane.
März 2015, „Im Zeichen der Götter“ – ein brasilianischer Krimi um die geheimnisvolle Naturreligion „Candomblé“ und das Leben in den Favelas von Salvador.
März 2015,“Das Bild der Zeit“ – ein Roman um späte Rache, vertauschte Körper, eine schreckliche Aufgabe und machtvolle Bilder.
November 2015, „Der Botschafter des Teufels“, spielt in Lissabon und Angola. In dem Roman geht es um einen angekündigten Tod, dunkle Machenschaften zur Zeit der portugiesischen Revolution und eine dramatische wie folgenschwere Reise nach Angola.
Facebook, „Das Bild der Zeit“: https://www.facebook.com/dasBildderZeit/?ref=hl
Facebook, Autorenseite: https://www.facebook.com/Ruprechtbahia-816368828429997/?ref=hl
Youtube, Lesungen und Songs: https://www.youtube.com/channel
/UCp7FCaQhDhGejMDDRUoXtJQ
Bisherige Bücher:
Der Botschafter des Teufels

Klappentext: Peter Becher, Erster Sekretär an der Deutschen Botschaft in Lissabon, hat neben seiner Karriere nicht viel Raum für anderes. Seine Beförderung zum Rat ist nur noch eine Frage der Zeit. Als er eine DVD findet, die seinen gewaltsamen Tod zeigt, erleidet seine Fassade Risse. Will ihn sein Kollege und Rivale um den Posten als Botschaftsrat bringen? Weiß sein Konkurrent von seiner Vorliebe für farbige Frauen? Peter muss dem Rätsel auf die Spur kommen. Ein diabolisches Spiel zieht ihn in einen Sog dunkler Ereignisse, die bis zu Zeiten der Diktatur Portugals reichen, als Portugal und Angola das Zentrum weltpolitischer Entwicklungen waren. Dramatische Geheimnisse begleiten Peters Flucht vor seinem angekündigten Tod. Welche Schatten der Vergangenheit verfolgen ihn mit dem einzigen Ziel, sein Schicksal zu besiegeln?
Das Buch hat 310 Seiten.

http://www.amazon.de/Botschafter-Teufels-Ruprecht-G%C3%BCnther/dp/9963531385/ref=asap_bc?ie=UTF8
Im Zeichen der Götter
Klappentext:
Salvador da Bahia, Brasilien. Ex-Kommissar João Almeida schlägt sich mehr schlecht als recht durchs Leben. Nachdem ihn seine Frau Janaina verlassen hat, kompensiert er das tiefe Loch in seinem Inneren mit Alkohol und Affären. Eines Tages erhält er Besuch von der attraktiven Mariza Santos. Sie erteilt ihm den Auftrag, ihren angeblich untreuen Ehemann Roberto zu beschatten. João verfolgt ihn quer durch die Stadt bis zur Kultstätte einer Natur­religion. Der verwirrende Kosmos des Candomblé, die in Trance tanzenden, von Orixás beseelten Tänzerinnen und Tänzer ergreifen ihn. Während der feierlichen Zeremonie erkennt ein Priester João als den Mann, der Roberto Santos´ letzte Hoffnung ist: denn dessen Tochter Regina ist entführt worden. João nimmt die Ermittlungen auf. Er erfährt die Geschichte der Galera, Robertos krimineller Bande vor dreißig Jahren in der Favela Boa Vista. Alle Mitglieder der Bande arbeiten mittlerweile in Robertos Firma alle haben sowohl mit ihm als auch untereinander alte Rechnungen offen. Aber nicht nur die Galera hat ihre Geheimnisse. Ungewöhnlich, exotisch, spannend. Exkommissar João Almeda ist eine brasilianische Version des gebrochenen Helden, wie wir sie aus den Romanen von Raymond Chandler oder Dashiell Hammett kennen.
Das Buch hat 340 Seiten.
http://www.amazon.de/Im-Zeichen-G%C3%B6tter-Ruprecht-G%C3%BCnther/dp/3939321621/ref=asap_bc?ie=UTF8
Das Bild der Zeit
Klappentext: Was passiert mit einem Menschen, dessen Geist in einen anderen Körper versetzt wird? Worauf gründet sich unser so sicher geglaubter Eindruck von Identität? Als Sigi Schnitzler, ein begnadeter Kunstmaler, und sein Freund Karl-Heinz in einem Berliner Keller eine mysteriöse Schwarze treffen, ahnen sie nicht, dass bald genau diese Fragen auf sie einstürmen werden. Ohne es zu wissen, sind sie Figuren in einem tödlichen Spiel, dessen Anfänge zurückreichen in das Berlin und Lissabon des Zweiten Weltkriegs. Auch Sigis brasilianische Frau Joana gerät unter die Schatten der Vergangenheit, während ihr Mann um ein Werk ringt, das die Protagonisten in seinen Sog zieht: Das Bild der Zeit. Sigi und Karl-Heinz werden innerhalb weniger Tage von Freunden zu Feinden. Einer von ihnen würde alles tun, um das Spiel weiterzuführen; der andere will es beenden; um jeden Preis …
Das Buch hat 263 Seiten.
http://www.amazon.de/Das-Bild-Zeit-Ruprecht-G%C3%BCnther/dp/3941935194/ref=asap_bc?ie=UTF8
Frage: Hast du ein Vorbild?
Antwort: Die frühen Bücher von Carlos Ruis Zafón; Michail Bulgakow wie überhaupt einige der „Phantastischen Realisten“.
Frage: Hast du noch einen anderen Job neben dem schreiben und wann schreibst du? Gibt es feste Schreibtermine oder spontan, wie es gerade passt?
Antwort: Ich habe einen kleinen Verlag für Kunst- und Postkarten und vermiete an Touristen und „Einheimische“ in Salvador da Bahia. Wenn ich an einem Roman arbeite, schreibe ich konsequent etwa von acht Uhr morgens bis zum Mittagessen, in der „heißen Phase“ oft auch den ganzen Tag bis in die Nacht.
Frage: Wie bist du zum schreiben gekommen und hast du bestimmte „Rituale“ beim schreiben?
Antwort: Ich habe schon seit meiner Jugend geschrieben. Die „Initialzündung“ kam aber erst in Brasilien durch die Fülle der Eindrücke, die auf mich einstürmten – die musste ich einfach aufschreiben – zunächst als Kurzgeschichten; später wagte ich mich dann an die „große Form“ des Romans. In letzter Zeit komme ich aber leider kaum noch zum Schreiben, da die Organisation meiner Reisen und Lesungen sehr viel Zeit verschlingt.
Frage: Kannst du uns erklären was du beim schreiben fühlst? Ob bei Traurigen, Lustigen oder Spannenden Szenen?
Antwort: Ich spüre, dass eine Szene dann wirklich gelungen ist, wenn ich beim Lesen feuchte Augen bekomme.
Frage: Warum hast du dich für die Genres deiner Bücher entschieden? Zu Welchem Genre zählst du deine 3 Bücher?
Antwort: Mich hat schon immer der Phantastische Realismus interessiert. Er unterscheidet sich von Fantasy dadurch, dass die „phantastischen Momente“ nicht Selbstzweck sind, sondern im Dienst der Handlung stehen. Der brasilianische Krimi „Im Zeichen der Götter“ ist insofern eine Ausnahme, als die seltsamen Ereignisse rund um die Naturreligion Candomblé keine reine Fantasie sind, sondern hier in Bahia durchaus möglich wären.
Frage: Wie lange hast du an dem ersten Buch gearbeitet und fiel es dir leichter, das 2. Und 3. Buch zu schreiben? Kamen die Ideen schnell und fließend und was inspiriert dich, hast du eine Muse, Lieblingsorte, Lieblingsmusik.
Antwort: Als ich die ersten zwanzig Seiten von „Im Zeichen der Götter“ geschrieben habe, dachte ich, das schaffe ich nie. Danach wird es leichter und die Ideen kommen immer öfter. Trotzdem ist Schreiben für mich immer ein Mittelding zwischen Euphorie und Masochismus. Meist schreibe ist die erste Fassung eines Buches in ein paar Monaten fertig. Die Feinarbeit dauert dann meist noch Jahre. Die Inspiration kommt – je nachdem, woran ich gerade schreibe – von sehr unterschiedlichen Orten und Dingen.
Frage: Wie aufgeregt warst oder bist du vielleicht sogar noch, dass deine Bücher erschienen ist?
Antwort: Sehr!!!! Das Erlebnis mit den ersten zwei Büchern, die fast gleichzeitig erschienen sind, war ziemlich unglaublich.
Frage: Woher nimmst du die Ideen für deine Bücher? Was gibt dir die Kraft, zu schreiben, und wem bist du sehr dankbar für seine Unterstützung?
Antwort: Die Ideen kommen manchmal aus einem einzigen Satz oder sogar einem Wort. Manchmal lag ich in der Hängematte oder saß im Bus, mir fiel ein Wort ein und ich bekam eine Gänsehaut. Dann wusste ich, dass daraus irgendwann ein Roman wird. Die Kraft zum Schreiben kam für mich aus der Notwendigkeit, dass ich ein bestimmtes Thema einfach aufschreiben musste. Und dankbar bin ich sowohl Personen, die mir sehr geholfen haben (wie zum Beispiel beim „Botschafter des Teufels“), aber auch Umständen, die mich zu einem Thema hin geführt haben.
Frage: Kommen dir die Ideen beim schreiben, oder hast du immer einen Notizblock oder etwas anderes dabei?
Antwort: Wenn ich an einem Roman dran bin, habe ich immer einen Notizblock dabei. Die besten Ideen kommen mir oft im Bus, wenn er im Stau steht, oder ich wache mitten in der Nacht auf und weiß plötzlich die Lösung für eine knifflige Szene. Manchmal liegt dann der halbe Boden meines Arbeitszimmers voller Zettel.
Frage: Welche Erwartungen hast du noch an deine Bücher und uns, deine Fans?
Antwort: Ich freue mich über jedes ernsthafte Feedback, das heißt, wenn ich spüre, dass sich ein Leser wirklich mit einem Roman, einer Story oder einer These auseinandersetzt!
Frage: Hast du neben dem Schreiben andere Hobbys oder Dinge die du gerne machst?
Antwort: Ja ich fotografiere mit Leidenschaft, vor allem meine zweite Heimat in Salvador da Bahia. Und ich mache Musik (meine Lesungen sind in der Regel musikalisch), oft mit „einem Hauch von Brasilien“, aber auch in vielen anderen Stilrichtungen. Besonders freut es mich, wenn ich bei meinen Lesungen mit anderen Musikern zusammenspiele.
Frage: Wirst du dein Buch auf Messen vorstellen?
Antwort: Dieses Jahr habe ich auf der Buchmesse in Berlin gelesen, und im Gespräch mit einem Verleger ist ein möglicher Termin in Frankfurt.
Frage: Sind noch andere Bücher, Einzelbände oder eine komplett neue Geschichte in Planung? Werden wir noch mehr von dir zu sehen bekommen?
Antwort: Passend zu meinem brasilianischen Krimi „Im Zeichen der Götter“ erscheint bald im selben Verlag ein Fotoband über Salvador und Bahia, „Zwischen Sternen und Schutt“. Die Bilder zeigen Land und Leute aus der Sicht „von unten“, einer Welt, die vielerorts schon verschwunden ist: Die Poesie der „einfachen Menschen“, die scheinbare Zeitlosigkeit des Interior – des Landesinneren, und die Geheimnisse der Naturreligion Candomblé. Jedes der drei Kapitel wird eingeführt durch ein erklärendes Essay.
Ansonsten habe ich noch ein paar Dinge in petto – aber über ungelegte Eier redet man ja nicht …
Frage: Wie reagierst du auf Kritik? Sowohl auf positive als auch auf negative.
Antwort: Wie ich vorhin schon erwähnt habe – wenn ich spüre, dass sich jemand ernsthaft mit einer Geschichte oder einer Szene auseinandersetzt und dann vielleicht zu dem Schluss kommt, dass sie ihm/ihr nicht gefällt, finde ich das völlig in Ordnung. Pauschale Kritik, die mehr mit dem Leser als mit mir zu tun hat, finde ich ärgerlich und traurig. Am wichtigsten – egal, ob positiv oder kritisch – ist mir ein produktiver Austausch.
Frage: Schreibst du noch unter anderen Namen?
Antwort: Nein.
Frage: Was ist das schönste das du bisher in deinem Autorendasein erlebt hast?
Antwort: Das schönste sind oft die Lesungen gerade mit wenigen Leuten. In kleinem Kreis habe ich schon die angeregtesten Gespräche und Diskussionen erlebt. Und mich freut Reaktion. Wenn ich lese oder spiele und singe, ist es wunderbar zu spüren, dass ein Zuschauer wirklich mitgeht, seine Augen und Züge sich mit allem, was ich auf der Bühne mache, verändern.
Frage: Erzähl uns doch noch ein bisschen über dich! Was gibt es noch interessantes über dich zu wissen, was wir noch nicht ausgefragt haben?
Antwort: Ich lebe ja seit gut dreizehn Jahren in Brasilien und liebe sowohl die Einsamkeit der oft noch recht wilden Natur Bahias, wie auch den chaotischen Trubel seiner Feste. Und ich habe – vielleicht gerade durch den weiten Abstand – entdeckt, wie sehr ich Deutschland, meiner „alten“ Kultur und meinen Freunden verbunden bin.
 
 
 

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