
Klappentext
»Der Teufel hatte gewonnen. Seine Macht war grenzenlos. Meinen Körper würde er am Leben halten, gerade so. Wie eine Trophäe. Doch als ich zu mir kam, fand ich mich plötzlich wieder am Ufer des Sees …«
Seit dem 7. September 2003 ist Julie Novak verschwunden. Die Familie ist daran zerbrochen. Nur ihr Vater Theo hört nicht auf, nach ihr zu suchen. Als sich Julies Verschwinden zum zwanzigsten Mal jährt, nimmt die Podcasterin Liv Kontakt zu Theo auf.
Sie sei auf eine neue Spur gestoßen. Doch wenn er die Wahrheit erfahren will, muss er sich beeilen, bevor seine fortschreitende Demenz alles mit Dunkelheit überzieht. Wer zum Teufel hat ihm seine Tochter genommen? Warum hat Julies Ex-Freund Daniel das Schlafzimmer seiner verstorbenen Mutter so sorgfältig verschlossen? Und gibt es etwas Grausameres als die Ungewissheit über das Schicksal des eigenen Kindes?
Verlag: der Hörverlag | Genre: Thriller | Länge: 13:56 h
Preis: unterschiedlich | Erschienen: 25.08.2025
Gelesen von: Romy Hausmann, Felix von Manteuffel, Anna Maria Mühe,
Uve Teschner, Florian Gregorzyk, Leslie Malton
Meine Meinung
Nachdem mir die Serie Liebeskind sehr gut gefallen hatte, war ich neugierig auf weitere Geschichten von Romy Hausmann – und wurde mit dem Hörbuch Himmelerdenblau keineswegs enttäuscht. Ganz im Gegenteil: Ich habe das Hörbuch regelrecht verschlungen und dabei ständig neue Theorien aufgestellt, was mit Julie vor 20 Jahren geschehen sein könnte.
Besonders mitreißend fand ich, dass wir die Podcasterin Liv dabei begleiten, wie sie versucht, den Fall für eine Sondersendung ihres Podcasts investigativ neu aufzurollen. Immer wieder eingestreute Podcast-Kapitel machen das Hörbuch zusätzlich lebendig und verleihen der Geschichte eine besondere Dynamik. Ihren Podcast-Partner empfand ich dabei allerdings als höchst unsympathisch.
Mit Julies Vater Theo hingegen bin ich schnell warm geworden. Trotz seiner Schrulligkeit ist er auf seine Art liebenswürdig. Durch seine Demenzerkrankung ist der Umgang mit ihm jedoch nicht immer einfach, und ich bewundere, wie einfühlsam Liv ihm begegnet. Seine Tochter Sophie ließ mich dagegen mit gemischten Gefühlen zurück – man spürt deutlich, wie schwer ihr die Beziehung zu ihrem Vater fällt.
Auch die Sprecherinnen und Sprecher waren durchweg großartig und überzeugten mit enormer Authentizität. Besonders hervorheben möchte ich jedoch Felix von Manteuffel als Theo. Eine Demenzerkrankung so glaubwürdig darzustellen und bewusst Worte falsch auszusprechen, erfordert großes Können – meinen größten Respekt dafür.
Alles in allem ist Himmelerdenblau ein rundum gelungenes Hörbuch, das einem das Gefühl gibt, live bei den Geschehnissen dabei zu sein, und bis zum Schluss Rätsel bereithält. Mein Detektivherz wurde vollkommen zufriedengestellt.